Im Jahre 1948 wurde im Gasthof "Zur Linde", im „Scheelen Saal“ der erste Faschingsball nach Ende des Krieges mit selbstgebranntem Schnaps gefeiert. Die beim Einmarsch der Amerikaner versteckten Instrumente wurden hervorgeholt und ein Neubeginn gewagt. Nach einer kurzen Vorbereitungszeit unter Lehrer Neurohr, den es zum Kriegsende nach Gehrden verschlagen hatte und der die Proben leitete, formierte sich die Kapelle neu und so war es möglich, die ersten Feste musikalisch zu umrahmen.


Johannes König sen., der die Gehrdener Blaskapelle in den Vorkriegsjahren leitete und Josef König sen. aus Frohnhausen hatten zu diesem Zeitpunkt wesentlichen Anteil am Wiederaufbau der Kapelle.


Hatte es noch bis 1961 regelmäßige Auftritte gegeben, verringerte sich dies in den Folgejahren. Es fehlte der Nachwuchs, weil junge Musiker berufsbedingt ihren Heimatort verließen. Ein weiteres Kriterium trat hinzu, da die Vielzahl der älteren aktiven Musiker altersbedingt und aus gesundheitlichen Gründen das Musikinstrument aus der Hand legten oder gar verstarben. Nach dem Königschießen 1964, bei dem die Blaskapelle mehr schlecht als recht aufspielte, kam die musikalische Tätigkeit gänzlich zum Erliegen.

1965 wurde die Blaskapelle auf Initiative von Johannes König jun. und Rudi Wolf reaktiviert. Schnell fanden sich Interessierte und auch ehemalige Musiker. Im Büro des Sägwerks der Fa. Johannes Weber am Rotheweg fanden die ersten Proben statt, wobei zunächst Rudi Wolf den Ton angab und Raimund Rogge den neuen Musikern erste Notenkenntnisse beibrachte. Hier sind neben den obengenannten noch als „Musiker“ zu nennen: Ernst Gaidzik, Dieter Hoemann, Heinz Wiechers, Eugen Bollermann, Michael Weber, Franz Meyer, Helmut Wolf. Hinzu kamen die „Altgedienten“ wie Johannes König sen., Alois Fleckner, Hans Brenneke und Robert Brenneke sowie gelegentlich Josef König sen. aus Frohnhausen.

Dann übernahm von 1967 bis 1972 Josef König jun. aus Frohnhausen die Leitung. Er spielte in den Jahren 1967 bis 1969 an Sonn- und Feiertagen die Orgel in der Gehrdener Pfarrkirche. Johannes König sen., verwandt mit Josef König, hatte ihn förmlich dazu „verdonnert“. Josef König vermittelte den Musikern, die nicht nach Noten sondern nach Zahlen und Gehör musizierten, Notenkenntnisse, sowie auch und insbesondere das exakte Musizieren nach Noten.

Z.B. wurden die Tonlagenbezeichnungen auf der Posaune nach Zahlen gezogen und auf Ventilinstrumenten nach Fingergriffen und nach Gehör gespielt. Die Proben fanden jetzt wieder regelmäßig Sonntags von 12.30 Uhr bis 13.45 Uhr im Gruppenraum der Grundschule statt und ab 1971 im Feuerwehrgerätehaus.

Ab 1969 bildete sich eine Stammgruppe mit Raimund Rogge und Johannes König jun., Posaune, Helmut Wolf, Theo Weber, Ernst Gaidzik, 1. Flügelhorn, Michael Weber, Karl-Heinz Sander, 2. Flügelhorn Friedhelm Michels, Klarinette, Robert Brenneke sen., Winfried Wächter, Martin Fkeckner, Tenorhorn, Franz Meyer, Tuba, Reinhold Wagner, Becken, Alfred Weitzenbürger, große Marschtrommel und Josef Bollermann, kleine Marschtrommel.