Hl. Sebastian

Auf dem Weg zum hl. Sebastian - Schutzpatron der Schützenbruderschaft

von Pastor Markus Röttger

Auf der via appia bin ich im Morgengrauen unterwegs auf meinem Weg nach Süden. Die altehrwürdigen Mauern der Stadt Rom sind auf meinem Weg schon lange gemachte Erfahrung der letzten Stunde, als ich auf der linken Seite eine kleine unscheinbare Kapelle entdecke. Der Reiseführer klärt mich auf, "Quo Vadis" heißt diese Kapelle, in der ich einen Fußabdruck Jesu finden kann. Der Legende nach ist hier Petrus Jesus begegnet, als er keinen Mut und keine Lust mehr hatte, gegen alle Anfeindungen das Evangelium Christi zu verkünden. Petrus fragt Jesus, wohin er gehe und dieser antwortete ihm, er ginge nach Rom um sich erneut kreuzigen zu lassen. Da machte sich Petrus auf den Weg zurück nach Rom und blieb dort.Ich gehe weiter und komme schnell nach San Sebastiane, einer der sieben Hauptkirchen Roms. Hier befindet sich das Grab des heiligen Sebastian, den unsere Schützenbruderschaft als Patron verehrt. Allerlei Gedanken gehen in meinem Kopf spazieren. Der heilige Ambrosius berichtet uns, Sebastian sei in Mailand geboren worden. Als junger Offizier der kaiserlichen Leibgarde lebte er in Rom. Es muss für ihn nicht leicht gewesen sein, seinen christlichen Glauben zu leben, konnte der Kaiser zu jeder Zeit von seinem Offizier uneingeschränkte Loyalität verlangen. Religionsfreiheit gab es nicht und doch war der Glaube an göttliche Kräfte fester Bestandteil der römischen Gesellschaft. Bei seinem ausgeprägten Gerechtigkeitsempfinden musste es früher oder später zur Auseinandersetzung mit seinem Kaiser und obersten Dienstherren kommen. Sebastian geht der christliche Glaube und mit ihm die Hoffnung auf ein ewiges Leben über alles und so wird er Opfer der diokletianischen Christenverfolgung.Ließen sich die Christen und mit ihnen Sebastian als römische Staatsbürger nichts zuschulden kommen, beteten sogar für Staat, Kirche und Kaiser, waren sie trotzdem nicht gerne gesehen, weil sie die Überzeugung eines Reiches und einer religiösen Lehre, die das Reich zusammenhalten sollten, gefährdeten. Als Christ trat Sebastian für seinen Glauben ein und gewann viele Zeitgenossen für den Glauben. Sie erhielten Unterricht von Polycarp und wurden getauft. 68 von ihnen wurden entdeckt, bis Sebastian das gleiche Schicksal ereilte. Durch Pfeile von numidischen Bogenschützen sollte er sterben. Doch er überlebte die Folter und wurde von der Heiligen Witwe Irene gesundgepflegt. Unerschrocken warf Sebastian, wieder genesen, dem Kaiser seine Ungerechtigkeit und Grausamkeit gegenüber den Christen vor. Daraufhin wurde er durch Keulenschläge im Circus getötet und sein Leib durch einen Wurf in die Kloake entehrt. Eine Frau namens Lucina ließ ihn würdig bestatten. Meine Gedanken holen mich wieder ein. Ich denke an die Pfeile, die den Heiligen so sehr trafen. Sie gibt es auch heute noch, von Menschen geformte und solche, die uns als Krankheit ereilen. So gilt der heilige Sebastian als Schutzpatron der Pestkranken, die wie durch einen Pfeil von der tödlichen Krankheit überrascht wurden. Er gilt aber auch als Patron der Soldaten, der Jäger, der Schützenbruderschaften und der Feuerwehrleute. Sebastian heißt übersetzt der Ehrwürdige und so wird auch sein Vorbild für unsere Schützenbruderschaft immer aktuell sein.

Auszug aus dem Jubiläumsbuch der St. Sebastian Schützenbruderschaft Gehrden